Ansgar Heveling ist ein Gegner des Web 2.0, findet SOPA und PIPA eine richtig gute Idee, erklärt der Netzgemeinde den Krieg und spricht davon, dass die “Digital natives den realen Menschen zum Dinosaurier erklären”. Dass die überwiegende Mehrheit der Deutschen schon lange im Internet vertreten ist, ist bei Heveling auch noch nicht angekommen. Wie könnte man sich sonst erklären, dass Heveling davon spricht, dass die Personen, für die das Internet noch nicht so selbstverständlich ist, die Mehrheit darstellt?
Den Krieg gegen die Netzgemeinde hat Heveling jetzt erst einmal verloren.
Ansgar Heveling sitzt für die CDU im deutschen Bundestag. In einem Gastkommentar im “Handelsblatt” erklärt Heveling der Netzgemeinde den Krieg, spricht davon, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das Web 2.0 in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Und überhaupt ist das Internet die Reinkarnation des Bösen und bedeutet für unsere Gesellschaft nichts anderes als den Untergang. Und mit ein bisschen Pech können wir, nachdem die “digitalen Horden” abgezogen wurden, nur noch auf “ruinenhafte Stümpfe unserer Gesellschaft” und die “verbrannte Erde unserer Kultur” schauen. Mal abgesehen davon, dass das Internet natürlich sämtliche Errungenschaften der Französischen Revolution zerstört (sic!).
Idealerweise zieht man erst dann in einen Krieg, wenn man selbst dafür gerüstet. Bei Heveling war das zumindest nicht wirklich der Fall, wurde doch seine Internetpräsenz nur wenige Stunden nach Veröffentlichung des “Handelsblatt”-Kommentars durch Unbekannte verunstaltet. Was auch offenbar gar nicht so schwer ist, hat Heveling einigen Twitter-Meldungen zufolge seinen Vor- und Nachnamen als Login-Daten für den Administrationsbereich seiner Website verwendet. Spätestens hier würde ich Heveling vorsichtig zu jeder Usergruppe einordnen, die den Internetführerschein auch nur gaaanz knapp nicht bestanden haben.
Für die weniger netzaffinen Leser, die natürlich von uns “digital natives” in keinster Weise benachteiligt werden sollen: Die Vorgehensweise von Herrn Heveling bezeichnet man im Netz-Jargon als “selfowned”, was so viel bedeutet wie “selbstverschuldetes Verlieren”. Und eine Botschaft mit auf den Weg: Wenn man keine Ahnung hat, sollte man sich zu gewissen Themen besser nicht äußern. Hevelings Website ist derzeit übrigens offline.
so long
Leetperator
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